Schottland

19. - 26. September 2018

Besuch im Lande der Highlander

Eine Woche dauerte der Besuch Schottlands. Eine Gruppe der VR-Bank Landau-Mengkofen eG war in den Städten wie Glasgow und Edinburg sowie dem einzigartigen Hochland unterwegs.

Begonnen wurde mit dem stürmischen Anflug auf Edinburg, den die Ausläufer eines Atlantiktiefs verursachten manches Unbehagen, aber eine gute Pilotenleistung ermöglichte eine vernünftige Landung. Es ging dann in die nahegelegene Stadt Falkirk, in der für drei Nächte Quartier bezogen wurde.

Glasgow war die erste Anlaufstation und die einstige graue Industriestadt zeigte sich modern und noch immer im Wandel. Glasgow ist die drittgrößte Stadt in Großbritannien, nach London und Birmingham, mit ca. 600' T Einwohnern. Neben dem George Square und den City Chambers wurde noch die beeindruckende St. Mungos Kathedrale besichtigt. Auch die größte, pompöse Marmortreppe der Welt im Rathaus durfte nicht fehlen und es blieb noch Zeit für das tolle „Kelvingrove Art Gallery and Museum“.

Beeindruckend und oft an die Filme Harry Potter's erinnernd, war der Besuch der Landeshauptstadt Edinburg. Der Sitz des Parlaments ist hier, in einem modernen, preisgekrönten Bau untergebracht und ausgestattet mit vielen Rechten für die schottischen Bürger innerhalb Großbritanniens, aber natürlich auch Pflichten. Vom Calton Hill, bestückt mit dem National Monument und dem Stadt-Observatorium, hat man einen guten Blick darauf, auch auf die Stadt und die Berge rundum. Dann ging es auf den massendurchstömten Burgberg, in dem die Kronjuwelen untergebracht sind. Auch hier wieder ein fantastischer Rundblick über Stadt und Land und an den Firth of Forth, einem Einschnitt der Nordsee, der bis an die Tore der Stadt reicht.

Und dann hinein in die erlebnisreichen Straßen der New Town, wie George- oder Princess-Street, dem Princess-Garden und, und und. Die Schaufenster beladen mit sehr vielen traditionsreichen Bekleidungsstücken, teils auch sehr modern gehalten, wie Kilt u.ä., aber auch exklusive Damenbekleidung in diversen schottischen Karomustern. Und wie schon oben beschrieben, tragen viele Straßenteile den Hauch von Harry Potter an ihren Wänden.

Am nächsten Tag ging es vom stark bewohnten Süden Schottlands in den Norden, der dünner besiedelt ist, teilweise im Hochland sehr dünn. Aber die Probleme sind die gleichen wie z.B. bei uns im Bayerischen Wald, wo die Jugend an die Schulen der Ballungsgebiete streben und anschließend auf Grund der Arbeitsmöglichkeiten nicht mehr zurückkehren.

Der erste Anlaufpunkt war ein Prunkschloß des Königshauses, Glamis Castle. Die Mutter von Queen Elisabeth und ihrer Schwester Margret, verbrachte hier ihre Kindheit. 5.700 ha Fläche gehören zum Schloss, ebenso ein Hausgeist, denn in der kleinen Kapelle mit 46 Plätzen ist immer ein bestimmter Stuhl bei jedem Gottesdienst für die „Graue Lady“ reserviert.

Dunnotar Castle, die meistfotografierte Burg des Landes, war nächster Anlaufpunkt.

Eine kleine Felsenhalbinsel, die Burg darauf wie aus dem Stein gehauen, thront die Ruine an der Steilküste. Sie war auch mal Versteckort für die Kronjuwelen und Mel Gibson spielte hier den Hamlet für den bekannten Kinofilm.

Anschließend ging die Fahrt in das Hochland. Eindrucksvolle Landschaften, stets begrünt, manchmal mit Bewaldung aber immer mit Heidekraut bewachsen und Schafe, Schafe, Schafe – manchmal auch Rinder. Nächster Haltepunkt war die Kirche in Crathie, in der Nähe von Balmoral, dem Sommerschloss der Königsfamilie. Nachdem die Königin hier stets „ihre“ Kirche besucht, sie ist ja ähnlich dem Papst das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, wollten wir das auch, aber leider waren die Tore verschlossen und wir konnten nur von außen das Gotteshaus umrunden.

Von unserem Nordhotel aus wurden die nächsten Touren gestartet. In Elgin stehen die Ruinen der einst zweitgrößten Kathedrale von Schottland. Einst als „Laterne des Nordens“ auf Grund ihrer vielen großen Fenster bezeichnet wurde sie im Jahre 1390 von dem grausamen Alexander Stuart in Brand gesteckt.

Positiver war der Besuch von Cawdor Castle. Shakespeare hat die Geschichte von „Macbeth“ mit den Ländereien von Cawdor in Verbindung gebracht, aber es war künstlerische Freiheit. Viele Sagen weben sich trotzdem um das Schloss, so soll sich der einstige Gutsherr, bewegt von einem Traum, einen Esel mit Goldbeladung geschickt haben, um den Platz für den Bau des Schlosses zu finden. Dieser angebliche Baum ist heute noch im Keller, vertrocknet, zu sehen. Im Familienbesitz, aktuell ist eine tschechische Adelige nach dem Tod des 5. Earl die Hausherrin. Das Haus sehr gut erhalten, die Räume wohnlich eingerichtet, ein gepflegter Park mit verschiedenen Themen, da könnte man sich das Leben als Schloßherr vorstellen.

Der berühmte Whisky-Trail zog uns natürlich auch in seinen Bann. Sehr viele schottische Destillerien befinden sich am und in der Nähe des Flusses Spey.

Führung durch die Brennerei, Information über den Ablauf und natürlich der wichtigste Teil, die Probe, beinhalteten die nächsten Stunden.

Dunrobin Castle, eine Traumkulisse direkt an der Nordsee. Hier herrschen die „Sutherlands“, einst eine der mächtigsten Familien des Landes. Eine bewegte, lange Geschichte hat das Haus hinter sich und 1915 wurde das Schloss nach einem schweren Brand perfekt restauriert. Inverness, ca. 60' T Einwohner und damit die größte Stadt des Nordens war Abschlussziel an diesem Tag. Medizin ist der Haupmotor der Arbeitsindustrie und auch die Behörde für den Erhalt von Schottlands Naturerbe verantwortlich ist, beschäftigt eine Menge Mitarbeiter. Der Abfluss von Loch Ness fließt durch die Stadt und in den Moray Firth, einer Zunge des Atlantischen Ozeans.

Zum Abschluss wurde nochmal der Cairngorm Nationalpark durchquert. Queens View und das Städtchen Pitlochry waren erlebnisreiche Zwischenziele, bevor das letzte Ziel "Stirling" erreicht wurde. Ca. 500 Jahre war die Burg, Stirling Castle, eine der Hauptresidenzen der schottischen Könige. Die berühmte Königin von Schottland und Frankreich, Maria Stuart, wurde hier getauft und gekrönt. Zwei Jahrzehnte Restaurierung hat das Haus nun hinter sich und es ist toll geworden. Mittelalterliche Wandteppiche wurden von Hand nachgewebt, altes Mobiliar stilecht rekonstruiert.

Eine sehr gelungene Erneuerung.

Und dann ging es schon wieder nach Hause. Das Wetter war überwiegend sonnig für diese Jahreszeit und ein paar kleine Regenschauer waren nötig, um das berühmte schottische Wetter kennen zu lernen. Kleidung ist alles. Schottland ist definitiv eine Reise wert, die Schotten sind nett und hilfsbereit, das Essen war gut bis sehr gut, bei den Unterkünften muss man Abstriche in Kauf nehmen. Sauber, aber manchmal etwas abgewohnt.