Der Corona-Virus hat sich mittlerweile von China auf die ganze Welt ausgeweitet. Dies hat nicht nur Einschränkungen im persönlichen Alltag, sondern auch ein Börsenbeben an den Kapitalmärkten mit sich gebracht. Diese Ereignisse lösten bei vielen Menschen eine gewisse Unsicherheit aus, weswegen wir hier zu den wichtigsten Fragen zum Kapitalmarkt berichten wollen.

Was passiert aktuell am Kapitalmarkt?

Sowohl China als auch die meisten anderen großen Industrienationen reagierten auf die rasante Ausbreitung des Corona-Virus mit weitreichenden Quarantänemaßnahmen. Ausgangssperren bzw. drastische Ausgangsbeschränkungen wurden verhängt – mit dem Ergebnis, dass das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen gekommen ist. Dies hat weitreichende Folgen für die Konsumnachfrage. Doch auch angebotsseitig ist es teilweise zu Engpässen gekommen. Unternehmen müssen aufgrund der unterbrochenen Lieferketten und der infizierten Mitarbeiter ihre Produktion herunterfahren. Diese Angebots- und Nachfrageschocks haben zu massiven Verwerfungen geführt. Die Aktienmärkte haben deutlich korrigiert. So hat der DAX von seinem im Februar 2020 markierten Allzeithoch bei 13.795 Punkten bis auf 8.255 Zähler nachgegeben. Anschließend ist ihm dann – getrieben von weitreichenden Unterstützungsmaßnahmen der Notenbanken und Regierungen - eine Erholung gelungen.

Wie wird es weitergehen?

Im zweiten Quartal werden die Marktteilnehmer ihr Hauptaugenmerk auf die Zahl der Neuinfektionen richten. Denn daran richtet die Wirtschaftspolitik die Dauer der Quarantänemaßnahmen aus. Wenngleich viele Staaten den Unternehmen Unterstützung bieten, wird eine tiefe Rezession unvermeidbar sein. Einzig der Verlauf ist derzeit offen. Im Laufe des zweiten Quartals 2020 werden die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Firmen konkreter werden. Für die Aktienmärkte bedeutet dies, dass zwischenzeitliche Erholungen immer wieder von Rücksetzern begleitet werden dürften.

Jetzt einsteigen oder noch abwarten?

In den letzten 100 Jahren gab es viele Möglichkeiten die Welt zu beenden. Zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise, die spanische Grippe und zehntausende von Atomwaffen sorgten für Angst und Furcht.  Auch diesmal wird die Welt wegen des Virus nicht untergehen. Wir sind in die schwerste Rezession der modernen Geschichte eingetreten. Noch nie zuvor hat die Wirtschaft einfach auf Stopp geschaltet. Der DAX hat in der Spitze rund 40% verloren. Einen ähnlich starken Rückgang haben Anleger zuletzt während der Krisen 2000-2003 und 2008/2009 erlebt. Es könnte sich also als eine der besten Anlagemöglichkeiten für Anleger der vergangenen Jahrzehnte ergeben. Auf diese Situation sollten sich die Anleger unbedingt vorbereiten, wenngleich in den nächsten Wochen noch Ängste überwiegen dürften. Daher eignet sich ein stufenweiser Einstieg mittels eines Sparplans in der aktuellen Situation besonders gut.

Welche Auswirkungen ergeben sich für bestehende Anlagen?

Anleger mit einem breit aufgestellten Depot sind auch in dieser Krisensituation gut gewappnet. Wichtig ist es jetzt nicht in Panik zu verfallen und weiter an der langfristigen Anlagestrategie festzuhalten. Daher sollten Anleger auf jeden Fall investiert bleiben. Sparpläne spielen ihre Stärke in der aktuellen Lage optimal aus. Aus diesem Grund sollte in keinem Depot ein Sparplan fehlen und bestehende Sparpläne, wenn möglich, sogar temporär aufgestockt werden.

Hat Corona Auswirkungen auf die Zinsentwicklung?

Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen erreichte im März ein Allzeittief von -0,91% p.a., was auf den Ölpreis-Schock und Konjunkturängste wegen Corona zurückzuführen war. Zur Stützung der Wirtschaft haben die Notenbanken weltweit die Geldschleusen geöffnet und so die Basis für weiterhin niedrige Zinsen gelegt. Die Corona-Krise hat die Wahrscheinlichkeit von bald steigenden Zinsen wieder deutlich gesenkt.

Sicherer Hafen: Gold?

Trotz seines Status als „sicherer Hafen“ kam Gold zuletzt verstärkt unter Druck. Da Edelmetalle grundsätzlich leichter zu Geld gemacht werden können als andere Anlagen, haben Großanleger zunächst ihre „Gold-Gewinne“ glattgestellt, um Verluste in anderen Anlageklassen auszugleichen. Dies ist überhaupt nicht ungewöhnlich und konnte auch 2008 bei der Lehman-Pleite beobachtet werden. Derzeit gibt es aber auch einige Anzeichen, die für einen steigenden Goldpreis sprechen: geringes Zinsniveau hält an, Unsicherheit an den Börsen, hohe physische Nachfrage, geringes Angebot, viele Produktionsstätten derzeit wegen Corona geschlossen. Langfristig wird sich dies auf Gold als Sachwert positiv auswirken.

Wir sind für Sie da!

Für Gespräche zu Geldanlagen generell und vor dem Hintergrund der aktuellen Situation stehen Ihnen unsere Berater gerne zur Verfügung.

Gut zu wissen: Persönliche Beratungsgespräche erfordern nicht notwendigerweise die Anwesenheit im selben Raum, sind auch gut per Telefon möglich – bequem, flexibel und schnell, ganz wie der Kunde das wünscht.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihre Bank nicht ersetzen.